Düsseldorf Stadtinfo
| Wappen | Lage |
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| Basisdaten | |
| Bundesland | Nordrhein-Westfalen |
| Kreis | Kreisfreie Stadt |
| Koordinaten | 51° 13′ N, 6° 46′ O |
| Höhe | 28-162 m ü. NN |
| Fläche | 217 qkm |
| Einwohner (Stand 31.12.2006) | 581.858 |
| Bevölkerungsdichte | 2681 Einwohner je qkm |
| Postleitzahl | 40210–40629 |
| Vorwahl | 0211 |
| KFZ-Kennzeichen | D |
| Gemeindeschlüssel | 05 1 11 000 |
| Adresse der Stadtverwaltung |
Marktplatz 40213 Düsseldorf |
| Webpräsenz | » www.duesseldorf.de |
Lage
Düsseldorf liegt in der mittleren Niederrhein-Ebene überwiegend am rechten Ufer des Rheins auf einer von zahlreichen Rheinarmen durchzogenen Niederterrassenfläche an der Mündung des Flüsschens Düssel, welches der Stadt den Namen gab. Lediglich die Stadtteile Oberkassel, Niederkassel, Heerdt und Lörick liegen am linken Rheinufer. Die Stadt liegt unweit südwestlich des Ruhrgebiets, im Herzen der Metropolregion Rhein-Ruhr und an der Schwelle vom Rheinland zum Bergischen Land.
Düsseldorf ist die Landeshauptstadt und als viertgrößte Stadt des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen kreisfrei und Oberzentrum. Sie liegt am Niederrhein und ist Sitz der Bezirksregierung Düsseldorf.
Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt um das Jahr 1882 die 100.000-Grenze und machte Düsseldorf damit zur Großstadt. Namensgeber der Stadt ist das Flüsschen Düssel, das hier in den Rhein mündet.
Nachbarstädte
Die Stadt Düsseldorf grenzt im Norden an die kreisfreie Stadt Duisburg sowie die Stadt Ratingen und im Osten an die Städte Mettmann, Erkrath und Hilden, im Süden an die Städte Langenfeld (Rheinland) und Monheim am Rhein (alle Kreis Mettmann) sowie im Westen an die Städte Dormagen, Neuss und Meerbusch (alle Rhein-Kreis Neuss).
Geschichte
Die erste schriftliche Erwähnung von Dusseldorp stammt aus dem Jahr 1135. Unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa wurde die nördlich von Düsseldorf gelegene Ortschaft Kaiserswerth zum gut befestigten Außenposten umgewandelt. Dort wurde von Soldaten das Treiben auf dem Rhein scharf beobachtet. Kaiserswerth wurde 1929 Stadtteil von Düsseldorf.
Am 14. August 1288 erhielt Düsseldorf von Graf Adolf V. von Berg die Stadtrechte und wurde zur Stadt erhoben. Vorangegangen war ein blutiger Machtkampf zwischen dem Erzbischof von Köln einerseits und den Grafen von Berg sowie den Bürgern von Köln andererseits. Dieser Kampf gipfelte in der Schlacht von Worringen, in der die Streitkräfte des Erzbischofs geschlagen wurden. 1385 wurde Düsseldorf die Residenz der Herzöge von Berg, die durch geschickte Heiratspolitik die Herzogtümer Jülich und Kleve mit dem ihren zum Tripelherzogtum Jülich-Kleve-Berg vereinigten, das insbesondere unter Wilhelm dem Reichen zu einem Zentrum humanistischer Wissenschaft und liberaler Katholizität wurde und 1585 bei der Vermählung des Erbprinzen Johann Wilhelm mit der Markgräfin Jakobe von Baden die wohl prunkvollste dokumentierte Hochzeit des 16. Jahrhunderts ausrichtete, bei der auch zum ersten Mal ein opernartiges theatralisches Schauspiel mit Gesang und Musik (Titel: „Orpheus und Amphion“) zur Aufführung kam. Wilhelm der Reiche sorgte auch für den Wiederauf- und Ausbau des Düsseldorfer Schlosses durch den Renaissance-Baumeister Alessandro Pasqualini. Nach dem Aussterben des jülich-bergisch-klevischen Regentenstammes 1609 besetzte der spanische General Ambrosio Spinola als kaiserlicher Kommissar 1614 die Stadt.
Nach der Beilegung des Jülich-Klevischen Erbfolgestreits kam Düsseldorf mit dem Herzogtum Jülich-Berg an das Haus Pfalz-Neuburg. Der Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz (von den Düsseldorfern „Jan Wellem“ genannt) erwählte Düsseldorf zu seiner Hauptresidenz. In dieser Zeit nahm die Stadt eine beachtliche städtebauliche Entwicklung, ebenfalls unter dem Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz, der Schlösser, Sammlungen, Institute gründete und die Carlstadt anlegen ließ. Zu dieser Zeit hatte Düsseldorf seinen Status als Hauptresidenz jedoch bereits an Mannheim und später München verloren, von wo aus Karl Theodor regierte.
Seit 1732 befestigt, wurde die Stadt im Siebenjährigen Krieg 1757 von den Franzosen besetzt und im Juni 1758 vom Herzog Ferdinand von Braunschweig durch Kapitulation eingenommen, jedoch bald wieder verlassen. Im Jahr 1795 wurde sie nach einem heftigen Bombardement durch Kapitulation den Franzosen übergeben und blieb in deren Besitz, bis sie im Frieden von Lunéville 1801 an Bayern zurückgegeben wurde, worauf die Schleifung der Festungswerke erfolgte.
1806 war Düsseldorf Hauptstadt des Großherzogtums Berg und kam mit diesem 1815 an Preußen. Hier wurde die Stadt 1816 Sitz eines Kreises, die Stadt selbst kreisfrei, jedoch bereits 1820 wieder mit dem Landkreis Düsseldorf vereinigt. Der Aufschwung der Stadt Düsseldorf zu heutiger Größe begann im 19. Jahrhundert. 1872 wurde Düsseldorf erneut kreisfrei. Gegen 1880 bestand Düsseldorf aus sechs Stadtteilen: der Altstadt (dem ursprünglichen Düsseldorf) mit engen und unregelmäßigen Straßen sowie den beiden Mündungen der nördlichen und der südlichen Düssel, der Carlstadt, an der Südseite der Altstadt (1767 angelegt), der in einiger Entfernung liegenden Neustadt, die 1690–1716 erbaut wurde, der Friedrichstadt am Südostende, der Königstadt und Pempelfort an der Ostseite. Bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1880 lebten in der Stadt auf 49 Quadratkilometer Fläche 95.458 Menschen, im Landkreis Düsseldorf auf 362 Quadratkilometer 52.994.
Am frühen Nachmittag des 8. März 1921 überflogen französische Erkundungsflugzeuge Düsseldorf und die Nachbarstadt Duisburg. Gegen Mittag rückten französische und belgische Truppen in die beiden Städte ein und besetzten sie. Zwei Jahre später begannen sie von ihren Brückenköpfen Duisburg und Düsseldorf aus mit der Besetzung des Ruhrgebiets.
Mit Annahme des Dawes-Plans am 1. September 1925 durch die deutsche Regierung wurde die Besatzung des Ruhrgebiets und Düsseldorfs beendet. 1929 ging der Landkreis Düsseldorf größtenteils im neuen Landkreis Düsseldorf-Mettmann auf, der nördliche Teil wurde den Städten Duisburg und Mülheim zugeschlagen. Düsseldorf-Mettmann wurde bei der Kreisreform 1975 in Kreis Mettmann umbenannt.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kam es schon am 11. April 1933 in Düsseldorf zur ersten Verbrennung „unerwünschter Literatur“ (unter anderem von Büchern Heinrich Heines) durch die Hitlerjugend. Am 10. November 1938 wurden in der Reichskristallnacht die Synagogen auf der Kasernenstraße und in Benrath niedergebrannt, die jüdische Bevölkerung der Stadt verfolgt und mindestens acht Personen ermordet. Am 27. Oktober 1941 fuhr der erste Zug mit Düsseldorfer Juden vom Güterbahnhof Derendorf in die Konzentrationslager in Polen. 1944 lebten in den etwa 400 Lagern Düsseldorfs rund 35.000 ausländische Zivilarbeiter, mehrere 1000 Kriegsgefangene sowie KZ-Häftlinge, die in der Stadt Zwangsarbeit leisten mussten.
Im Zweiten Weltkrieg fielen 1940 die ersten Bomben auf Düsseldorf. Die alliierten Luftangriffe forderten bis 1945 mehr als 5000 Tote unter der Zivilbevölkerung. Etwa die Hälfte der Gebäude wurde zerstört, rund 90 Prozent wurden beschädigt. Alle Rheinbrücken, die meisten Straßen, Hochwasserdeiche, Unter- und Überführungen sowie das städtische Entwässerungsnetz waren größtenteils zerstört worden. Die Trümmermenge wurde auf etwa zehn Millionen Kubikmeter geschätzt. Kurz vor Ende des Krieges versuchten im April 1945 einige Düsseldorfer Bürger, die führenden Nationalsozialisten der Stadt festzusetzen, um die Stadt kampflos an die Alliierten zu übergeben. Obwohl einige Bürger standrechtlich erschossen wurden, gelang es zwei Düsseldorfern, die im Osten der Stadt heranrückenden amerikanischen Streitkräfte zu erreichen und die endgültige Zerstörung der Stadt abzuwenden. Am 17. April 1945 besetzten US-amerikanische Truppen die Stadt nahezu kampflos. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau der Stadt.
Das Werden der modernen Handels- und Industriestadt Düsseldorf brachte zwar die Niederlassung von Industrieunternehmen mit sich, aber Düsseldorf wurde mehr eine Stadt der Unternehmensverwaltungen, der „Schreibtisch des Ruhrgebiets“, wie man sagte. Diese und andere Entwicklungen führten dazu, dass Düsseldorf Wirtschaftszentrum und Messestandort (seit 1971), Kulturmetropole (1970 Eröffnung des neuen Schauspielhauses, 1978 der Tonhalle, 1986 der Kunstsammlung NRW) und Universitätsstadt (seit 1965), eine Stadt internationalen Zuschnitts („Klein-Paris“; größte japanische Kolonie Kontinentaleuropas), aber besonders in der Altstadt auch noch provinziell-rheinischen Gepräges und schließlich Hauptstadt von Nordrhein-Westfalen (seit 1946) ist.
Wirtschaft
Düsseldorf ist eine äußerst wirtschaftsstarke Stadt im Herzen des Ballungsraumes Rhein-Ruhr. Hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Produktivität und bei den Wachstumsprognosen belegt die Stadt deutschlandweit Platz 1. Bedeutende Faktoren sind neben der zentralen Lage im bevölkerungsreichsten Ballungsraum Deutschlands auch der drittgrößte Flughafen Deutschlands Düsseldorf International sowie die Messe Düsseldorf mit 25 international führenden Messen.
Düsseldorf ist führender Standort in den Branchen Werbung, europäisches Patentwesen, Telekommunikation und Unternehmensberatung sowie Deutschlands „Stadt der Mode“. Hier findet sich mit den „Collections Premieren Düsseldorf“ (CPD) die größte Modemesse der Welt. Düsseldorf ist nach Frankfurt die zweitgrößte Banken- und Börsenstadt (Börse Düsseldorf), ca. 170 Banken haben eine Filiale oder ihre Zentrale in Düsseldorf, darunter auch das traditionsreiche Bankenhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt. Zahlreiche internationale Firmen haben hier ihren Sitz (Vodafone Deutschland, die Metro AG, ThyssenKrupp, E.ON, Rheinmetall, Henkel, Degussa, NRW.BANK, WestLB, E-Plus und die ERGO Versicherungsgruppe, zu der wiederum beispielsweise die Victoria und die Hamburg-Mannheimer gehören). DaimlerChrysler produziert in Düsseldorf die geschlossenen Baureihen des Mercedes-Benz Sprinter sowie für VW den technisch verwandten Crafter. Die größte japanische Kolonie in Kontinentaleuropa hat Düsseldorf den Beinamen „Nippon am Rhein“ eingebracht. In der Stadt sind allerdings auch Unternehmen aus anderen Ländern in erheblichem Maße aktiv – besonders aus den Niederlanden, Großbritannien, Skandinavien und China.
Die ungewöhnliche wirtschaftliche Stärke Düsseldorfs hat der Stadt zu äußerst soliden kommunalen Finanzen verholfen. Auf Basis des achten in Folge ausgeglichenen Haushalts der Stadt sowie nach Planung des Oberbürgermeisters Joachim Erwin und der schwarz-gelben Ratsmehrheit soll die Stadt bis Ende 2007 schuldenfrei sein. Als erste deutsche Stadt hat sich Düsseldorf zudem 2005 einem Kreditrating unterzogen und wurde hierbei von der Ratingagentur Moody's mit Aa1 bewertet, der zweitbesten möglichen Wertung. Die Kreditwürdigkeit Düsseldorfs wurde damit höher eingeschätzt als etwa jene Nordrhein-Westfalens (Aa2), der Deutschen Bank (Aa3) oder der Commerzbank (A2).
Infrastruktur
Neben dem Flughafen Düsseldorf, nach Frankfurt und München der drittgrößte internationale Flughafen Deutschlands, ist Düsseldorf auch an das Wasserstraßennetz durch einen Rheinhafen angebunden.
Das Stadtgebiet Düsseldorfs ist von folgenden Bundesautobahnen umgeben beziehungsweise wird teilweise von diesen berührt: Im Norden die Bundesautobahn A 44 Aachen–Velbert und die Bundesautobahn A 52 Essen–Düsseldorf, im Süden die A 46 Heinsberg–Hagen und die A 59 vom Autobahnkreuz Düsseldorf-Süd in Richtung Leverkusen, im Westen die A 52 Düsseldorf–Roermond und die A 57 Köln–Nimwegen sowie im Osten die A 3 Frankfurt am Main–Oberhausen. Ferner führen die Bundesstraßen B 1, B 7, B 8, B 228 und B 326 durch die Stadt.
Düsseldorf verfügt über die ICE-Fernbahnhöfe Hauptbahnhof und Düsseldorf Flughafen, den Regionalbahnhof Benrath sowie 22 S-Bahn-Stationen. Im Eisenbahngüterverkehr ist Düsseldorf jedoch nach Stilllegung und Abbruch seines Rangierbahnhofes Düsseldorf-Derendorf kein Eisenbahnknoten mehr, der größte Güterbahnhof des gesamten Düsseldorfer Eisenbahnkomplexes ist heute im Bahnhof des benachbarten Neuss. Des Weiteren verfügt die Stadt über ein dichtes Netz an Stadtbahnen, Straßenbahnen- und Stadtbus-Linien. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in der Stadt wird durch die Rheinbahn, die Regiobahn und die Deutsche Bahn betrieben. Alle Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr zu benutzen. Bei Fahrten in Richtung Leverkusen und Köln gilt seit dem 1. Februar 2005 der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg als Übergangstarif.
Politik
An der Spitze der Stadt Düsseldorf standen im 13. Jahrhundert die Schöffen, die bis 1806 die oberste und mächtigste Klasse in der Stadtverwaltung darstellten. Seit 1303 ist ein Bürgermeister genannt, der anfangs ein Schöffe war. Daneben gab es ab 1358 auch einen Rat, der sich teilweise in einen Alten und einen Jungen Rat aufteilte. Die Mitglieder wurden entweder auf Lebenszeit gewählt (Alter Rat), oder aber auch jährlich bestimmt (Junger Rat). Als herzoglicher Vertreter war ferner ein Schultheiß in der Verwaltung der Stadt beteiligt, der den Titel „Amtmann“ führte. Etwa seit dem 15. Jahrhundert gab es neben den genannten Gremien auch einen Gemeindeausschuss von 12 Personen („Zwölfer“), der an der Wahl des Bürgermeisters teilnahm und zu wichtigen Beschlussfassungen herangezogen war, eigentlich aber keine wirkliche Bürgerbeteiligung darstellte. Erst in französischer Zeit gab es einen Munizipalrat, ab 1815 einen Gemeinderat mit 30 Mitgliedern. Seit 1856 waren es die „Stadtverordneten“, später Ratsherren, deren Gesamtzahl sich mehrmals veränderte. Die Leitung der Stadt übernahm in französischer Zeit der Maire, der 3 Beigeordnete hatte. Seit preußischer Zeit trug das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister. 1856 wurde die Rheinische Städteordnung eingeführt.
Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und führte 1946 die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt von den Bürgern gewählt. Bis heute hatte nur Joachim Erwin dieses Amt inne.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Die Deutsche Oper am Rhein zeigt an ihren beiden Standorten Düsseldorf und Duisburg Oper, Operette und Ballett. Sehr traditionsreich ist das Düsseldorfer Schauspielhaus, das auf theatralische Veranstaltungen im Jahr 1585 zurückgeht. Das Theater liegt am Gustaf-Gründgens-Platz, der nach dem ehemaligen Intendanten benannt ist. Die Tonhalle Düsseldorf bietet Konzerte und sonstige musikalische Veranstaltungen aus den Bereichen Klassik, Jazz, Pop und Kabarett. Das Forum Freies Theater besteht aus Juta (Jugendtheater) und Kammerspielen und bietet ein breites Spektrum Bühnenkunst. Das Kom(m)ödchen ist das älteste Kabarett der Bundesrepublik. Gegründet wurde es 1946 von Kai und Lore Lorentz. Viele bedeutende Kabarettisten wurden dort ausgebildet. Das Theater an der Kö, welches vor allem Komödien und moderne Theaterstücke zu bieten hat, wird von der bekannten Theaterfamilie Heinersdorff geführt. Die Komödie Düsseldorf ist ein klassisches Boulevardtheater. Das Musiktheater Capitol bietet Musicals in seinem Programm. Roncalli's Apollo Varieté unterhalb der Rheinkniebrücke am altstädtischen Rheinufer bietet klassisches Varieté-Theater im Stil des frühen 20. Jahrhunderts. Eine weitere Bühne Düsseldorfs ist das Savoy-Theater. Das Düsseldorfer Marionetten-Theater besteht seit 1956 und befindet sich im Palais Wittgenstein. Das Palais Wittgenstein beheimatet neben dem Düsseldorfer Mariottentheater weitere kulturelle Projekte. Das Theateratelier Takelgarn bietet Comedy, Kabarett, Figuren- und Kindertheater. In Düsseldorf-Flingern befindet sich das Theater FLIN Puppentheater an der Helmholtzstraße In Oberkassel gibt es das Theater an der Luegallee.
Museen und Ausstellungsinstitute
Im Norden der Stadt ist das Aquazoo-Löbbecke-Museum ansässig, wo neben Wasserlebewesen auch Weichtiere und geologische Exponate gezeigt werden Das Filmmuseum mit angeschlossenem Kino befindet sich in der Carlstadt. Im Ehrenhof-Komplex ist das Forum NRW beheimatet, welches Ausstellungen zu verschiedenen Themen befristet zeigt. Das Goethe-Museum befindet sich im innenstädtischen Bereich. Dem berühmtesten Sohn der Stadt widmet sich das Heinrich-Heine-Institut südlich der Altstadt. Es zeigt u. a. Originaldokumente und -schriften von und über Heine sowie seine Totenmaske. Das Hetjens-Museum (Deutsches Keramikmuseum) hat seinen Sitz in der Carlstadt und zeigt Keramikprodukte verschiedener Kulturen aus verschiedenen Epochen. Die Kunsthalle Düsseldorf[2] befindet sich gegenüber dem K20 am Grabbeplatz. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen – K20 (Grabbeplatz) und K21 (Ständehaus) – hat sich vor allem auf Kunst des 20. und 21. Jahrhundert spezialisiert. Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen wurde 1929 gegründet und organisiert seitdem wechselnde Ausstellungen. Das museum kunst palast beinhaltet Graphiken, Zeichnungen, Gemälde und Skulpturen aus allen Stilepochen von der Antike bis ins 21. Jahrhundert. Neben europäischen Exponaten sind weitere Schwerpunkte der Sammlung Persien und Japan. Die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf erinnert an die Opfer der Nazi-Herrschaft im 20. Jahrhundert. Das Schifffahrt-Museum im Schlossturm befindet sich im Schlossturm am Rheinufer und zeigt Schiffsmodelle aller Epochen. Das Senfmuseum beschäftigt sich mit allem, was mit Senf zu tun hat. Das Stadtmuseum in der Altstadt hat eine große Ausstellung, die die Entwicklung der Stadt Düsseldorf historisch-chronologisch nachvollzieht. Stiftung Schloss und Park Benrath – Museum für Europäische Gartenkunst Theatermuseum Das KIT (Kunst im Tunnel) befindet sich am Mannesmannufer und ist ein unterirdischer Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst.
Musik
Das bedeutendste Konzerthaus der Landeshauptstadt ist die Tonhalle Düsseldorf mit mehr als 200 Veranstaltungen im Jahr. Die Tonhalle ist auch der Sitz der Düsseldorfer Symphoniker, die als Konzertorchester der Landeshauptstadt und als Opernorchester der Deutschen Oper am Rhein fungieren. Das Konzerthaus, ein ehemaliges Planetarium, wurde im Jahre 2005 aufwändig saniert und weist seither eine ungewöhnlich gute Akustik auf.
1818 gründete sich der Städtische Musikverein zu Düsseldorf und veranstaltete das erste von vielen niederrheinischen Musikfesten, die im 19. Jahrhundert, auch durch die Mitwirkung von Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann, beides Musikdirektoren in Düsseldorf, internationale Bedeutung hatten. Der Städtische Musikverein kann auf eine ungebrochene und musikhistorisch außerordentliche Geschichte von 1818 bis heute verweisen und gilt als der musikalische Botschafter der Stadt in allen großen Konzertsälen Deutschlands und Europas.
1995 gründete sich der „Jazz in Düsseldorf e. V.“, welcher im Auftrag des Kulturamtes Jazz-Konzerte und andere Veranstaltungen anbietet.
Ein weiterer bedeutender Klangkörper der Stadt auf dem klassischen Sektor ist der Figuralchor Düsseldorf e. V.
Die Düsseldorf Mundartband Alt Schuss mit ihrem größsten Hit Die Sterne funkele ist die bekannteste im Großraum Düsseldorf. Daneben existiert noch in diesem Musikgenre die Band Halve Hahn. Die Wurzeln der beiden Gruppen liegen im Unterbacher Karneval, wo Die Sterne funkele das Jahresmotto der Session 1997 war.
Auf dem Sektor der Unterhaltungsmusik war Düsseldorf in den 1970er Jahren ein Zentrum der elektronischen Popmusik. International bekannt waren und sind vor allem Kraftwerk, aber auch Neu! und La Düsseldorf.
Anfang der Achtziger des 20. Jahrhunderts war Düsseldorf neben Berlin und Hamburg Hochburg der deutschen Punk- und NDW-Musik. Die wichtigsten Bands waren Die Toten Hosen, Male, Deutsch-Amerikanische Freundschaft, Mittagspause, Fehlfarben, Der Plan, KFC, Tommi Stumpff, Die Krupps und Nachzehrer. Marius Müller-Westernhagen ist in Düsseldorf geboren und zur Schule gegangen (Comenius Gymnasium in Oberkassel). In seinem Titel „Mit 18“ wird der Hühner Hugo aus der Düsseldorfer Altstadt genannt. Neben den Toten Hosen gehört er zu den erfolgreichsten und bekanntesten Düsseldorfer Musikern.
Aber auch eine Reihe, teils international bekannte, 1980er-Jahre-Metal-Bands stammen aus Düsseldorf, so z. B. Warlock (mit Doro Pesch, die ab 1989 solo unter Doro weiter machte), Stormwind und Warrant.
Weiters stammt die Oi!-Band Broilers aus Düsseldorf.
Bildende Kunst
Düsseldorf war immer wieder ein wichtiges Zentrum der Malerei. Unter Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz wurde eine Kunstgalerie angelegt, die mit Werken vor allem von Rubens den Kernbestand der heutigen Alten Pinakothek in München bildet.
Im 19. Jahrhundert hatte die Düsseldorfer Malerschule (Oswald Achenbach) wichtigen Einfluss auf die Malerei.
Zu nennen ist auch die Gruppe Das Junge Rheinland, die in der Weimarer Zeit aktiv war.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Joseph Beuys prägend. Auf Grund seines Einflusses galt in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts Düsseldorf als eine „Weltkunsthauptstadt“. Beuys-Schüler haben noch heute großen Einfluss auf Entwicklungen der internationalen Kunstszene. Auch heute noch wirken bzw. wirkten hier, vor allem an der Kunstakademie Düsseldorf, bedeutende Künstler wie Markus Lüpertz und der kürzlich verstorbene Jörg Immendorff. Der Fotograf Bernd Becher, der 1976 eine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf übernahm, bildete zusammen mit seiner Frau viele fotografische Persönlichkeiten aus, die heute aus internationaler Sicht herausragende Vertreter der deutschen Fotografie sind. Dazu gehören Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff, Jörg Sasse und Thomas Struth.
Vor allem der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts widmen sich einige Museen in Düsseldorf (siehe Abschnitt Museen und Ausstellungsinstitute).
Bauwerke und Architektur
Die umsatzstärkste Geschäftsstraße und eine der bedeutendsten Einkaufsstraßen Deutschlands ist die Schadowstraße. Wegen ihrer städtebaulichen Anlage und ihrer exklusiven Läden bekannter ist allerdings die Königsallee, kurz „die Kö“. In ihrer Mitte verläuft der Stadtgraben, an dessen Nordende sich als Wahrzeichen der Kö die Tritonengruppe, ein Brunnen aus dem Jahre 1902, befindet.
In der Altstadt findet man alte Häuser, die unter Denkmalschutz stehen. Weitere erhaltene historische Ortskerne können die Stadtteile Kaiserswerth und Gerresheim vorweisen. Der dörfliche Charakter der Ortskerne von Angermund, Kalkum, Oberlörick, Heerdt, Hamm, Himmelgeist und Urdenbach ist weitgehend erhalten geblieben.
Wie im Rheinland insgesamt charakteristisch findet man in Düsseldorf neben einigen architektonischen Highlights auch zahlreiche Bausünden aus den 1950er-1970er Jahren. Baulücken wurden insbesondere in den Gründerzeit-Vierteln nicht stilgerecht genutzt, sondern mit Mietshäusern einfacher Ausstattung gefüllt. Blinde Bäder und Küchen sowie zu groß geratene sog. Wohnküchen gehören zu dem charakteristischen Planungsfehlern dieser Baujahre. Heute resultiert daraus ein hoher Anteil an stark renovierungsbedürftigen Wohnungen und eine allgemeine Knappheit an zeitgemäßen und hochwertigen Wohnungen im Stadtkern.
Nachfolgend werden die bedeutendsten Bauwerke der Stadt (chronologisch nach Baujahren) genannt.
Burgen und Schlösser
Ruine der Kaiserpfalz Kaiserswerth, 11. Jahrhundert, vermutlich 1193 zur Festung ausgebaut, 1702 von französischen Truppen im spanischen Erbfolgekrieg zerstört Schlossturm des Düsseldorfer Schlosses, eines der Wahrzeichen der Stadt, 13. bis 16. Jahrhundert, 1845 von dem Düsseldorfer Architekten Rudolf Wiegmann im Stil der italienischen Neorenaissance umgebaut. Der Turm ist der Rest des Düsseldorfer Schlosses, das durch Brand im Jahr 1872 zerstört wurde.
Burg Angermund, erbaut 14. Jh.
Schloss Eller, erbaut 14. Jh.1826 und 1902
Schloss Benrath, erbaut 1755 bis 1773, Architekt Nicolas de Pigage Schloss Kalkum, erstmals erwähnt im 9. Jahrhundert, 1810 bis 1819 umgebaut
Schloss Mickeln, Himmelgeist, erbaut 1843
Schloss Jägerhof, erbaut 1752 bis 1763, Architekt Johann Joseph Couven, heute Goethe-Museum
Schloss Garath, 16. bis 18. Jahrhundert, spätere Umbauten
Schloss Heltorf in Angermund, 11. Jahrhundert, Umbau 1822 bis 1827
Haus Unterbach, Urzelle des Ortsteiles Unterbach, liegt aber aufgrund kurioser Grenzbestimmung im Zuge der kommunalen Neugliederung im Jahre 1975 um Bürgersteigbreite auf Erkrather Gebiet.
Medien
In Düsseldorf befinden sich Studios des öffentlich-rechtlichen Westdeutschen Rundfunks (WDR) und des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) (Landesstudio Düsseldorf). Aus Düsseldorf kommen außerdem die Programme von NRW.TV und QVC. Ehemals in Düsseldorf stationiert waren von 1998 bis 2006 NBC GIGA, von 1995 bis zu seiner Einstellung 1998 Nickelodeon sowie von 1996 bis zu seiner Einstellung 1998 Der Wetterkanal. Außerdem wurde aus der Landeshauptstadt bis Ende 2003 ein deutsches Programmfenster auf dem Nachrichtensender CNN produziert.
Die in Düsseldorf ansässige DFA produzierte oder produziert unter anderem für NBC GIGA, Der Wetterkanal, CNN D und für NRW.TV.
Seit 2006 produziert das in Düsseldorf ansässige center.tv lokale Nachrichten und Ereignisse für den Großraum Düsseldorf/Neuss.
Die Stadt ist auch Sitz des 1990 gegründeten Verbands der Betriebsgesellschaften in Nordrhein-Westfalen e. V. (BGNRW), der die Interessen von 43 Betriebsgesellschaften des nordrhein-westfälischen Lokalfunks vertritt. Der Verband ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR) mit Sitz in München. In Düsseldorf ist die private Rundfunkstation Antenne Düsseldorf mit Rahmenprogramm von Radio NRW ansässig.
Als Tageszeitungen erscheinen in Düsseldorf die Westdeutsche Zeitung und die Rheinische Post sowie eine Lokalausgabe des Express und der in Essen erscheinenden Neuen Rhein/Neue Ruhr-Zeitung. Als bedeutende überregionale Veröffentlichungen sind das Handelsblatt die Wirtschaftswoche und Karriere (Magazin) zu nennen. Wöchentlich erscheinen außerdem das Düsseldorfer Amtsblatt und die Anzeigenblätter „Düsseldorfer Anzeiger“ und „Rheinbote“.
Düsseldorf ist zudem der umsatzstärkste Werbestandort der Bundesrepublik. Neben den Riesen BBDO, Grey und Publicis haben eine unüberschaubare Vielzahl kleiner Agenturen in Düsseldorf ihren (Deutschland-)Sitz.
Gastronomie
Die Düsseldorfer Altstadt wird wegen der vielen Kneipen als die „längste Theke der Welt“ bezeichnet. Die Formulierung geht auf den Werbeschaffenden Carl Schweik in den 1960er Jahren zurück. Neben der Altbierkneipe Uerige gibt es die Häuser „Brauerei im Füchschen“, „Brauerei Schumacher“, „Brauerei Zum Schlüssel“ und unzählige weitere. Es finden sich hunderte Bars, Restaurants, Diskos und Kneipen auf einem erstaunlich engen Raum. Das Gebiet umfasst im Wesentlichen den historischen Teil der Altstadt, im Norden begrenzt von der Ratinger Straße, im Westen von der Rheinpromenade, im Osten von der Heinrich-Heine-Allee und im Süden vom Carlsplatz. Konkurrenz bekommt sie durch den modernen Medienhafen mit den architektonisch bedeutsamen Gehry-Bauten und den interessanten Clubs und Diskotheken, in denen oft auch Prominente auftauchen.
Beliebt in gastronomischer Hinsicht ist auch die linke Rheinseite mit den Stadtteilen Oberkassel und Niederkassel. In Bilk hat sich in den letzten Jahrzehnten zaghaft eine studentische Kneipenkultur entwickelt. In den Stadtteilen Flingern und Derendorf ist eher Szene-Publikum unterwegs. In den genannten Vergnügungszentren und in den zahlreichen Kneipen der Stadtteile wird in erster Linie das obergärige Altbier ausgeschenkt. Alle Kneipen bieten aber auch Pils an, meistens vom Fass. Aber auch Kölsch wird zunehmend in Szene-Kneipen ausgeschenkt.
Eine beliebte Flaniermeile ist die Königsallee (Kö). „Sehen und gesehen werden“ heißt hier das Motto. Die zahlreichen Straßencafés des Boulevards laden zudem zum Verweilen ein. Auch die Rheinuferpromenade, die den Medienhafen mit der Altstadt verbindet, bietet eine große Bandbreite an Cafés und Restaurants mit Außengastronomie.
Quellen : www.wikipedia.de